×

Kontakt Ergotherapie / Physiotherapie

Abteilungsleitung Physiotherapie / Ergotherapie  Michael  Neitzel

Michael Neitzel

Abteilungsleitung Physiotherapie / Ergotherapie

Telefon: 02361 54 2368

Fax: 02361 54 2377

physiotherapie.eh@prosper-hospital.de

Öffnungszeiten der Physiotherapie / Ergotherapie

Montag - Donnerstag: 7:30 Uhr - 16:00 Uhr
Freitag: 7:30 Uhr - 15:00 Uhr    

Termine nach Absprache

Therapiekonzepte der Ergotherapie

Unser Ergotherapie-Team arbeitet nach folgenden Therapiekonzepten:

Das „therapeutische Führen nach Affolter“ wird bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen und daraus resultierenden Wahrnehmungsstörungen, eingesetzt.

Der „Spürsinn“,  unterteilt in den taktilen und propriozeptiven Bereich, vermittelt uns Informationen über uns und unsere Umwelt und beeinflusst damit maßgebend die Verrichtung aller Alltagstätigkeiten und unsere Interaktion mit der Umwelt.

Wenn Patienten mit Wahrnehmungsdefiziten nicht in der Lage sind, diese Informationen selbst zu erspüren, benötigen sie Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Alltagsaktivitäten.

Das Führen nach Affolter ist die gemeinsame (Patient und Therapeut) Spür- Informationssuche beim Lösen von Alltagsproblemen. Das gezielte therapeutische Führen ermöglicht es dem Patienten, Alltagshandlungen wahrzunehmen, aktiv auszuführen und neue Handlungsschritte anzubahnen.

Dabei steht das Begreifen und Verarbeiten von Informationen  im Vordergrund- nicht die zielgerichtete Ausführung der Tätigkeiten an sich.

Jeder Mensch hat ein Grundbedürfnis nach Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation. Wenn diese elementaren Bedürfnisse durch eine Krankheit, z.B. bei Demenz, beeinträchtigt sind, kann basale Stimulation durch verschiedene Arten der Sinnesanregung Kompetenzen erhalten und Kommunikation fördern.

Dazu werden verschiedene Mittel, wie beispielsweise Gerüche, Berührungen oder Musik eingesetzt.

Ziel der basalen Stimulation ist es, das Leben durch den Einsatz von Sinnesreizen für Patienten wieder „erlebbar“ zu machen, Wohlbefinden zu fördern, Stress und Desorientierung zu verringern und Kommunikation zu ermöglichen.

Grundlegend wird zwischen belebender und beruhigender basaler Stimulation unterschieden.

Bewegtes Lagern bedeutet „Positionsunterstützung“ durch geeignete Unterstützungsmittel (z.B. Handtücher) um die Selbstständigkeit und die individuelle Beweglichkeit des Individuums durch intelligenten Einsatz zu fördern statt sie zu behindern. Ohne Standardisierte Lagerungsschemata wird dem Patienten mehr Eigenverantwortung und Unterstützung der Bewegung zugeteilt.

Das Bobath- Konzept basiert auf neurophysiologischen Grundlagen und auf der Annahme der „Plastizität des Gehirns“, d.h. dass das Gehirn in der Lage ist, mit gesunden Regionen Aufgaben zu übernehmen, die zuvor von den nun erkrankten Regionen ausgeführt wurden.

Es wird interdisziplinär (Ergotherapeuten, Physiotherapeutin, Logopäden, Pflege, Ärzte etc.) für die Behandlung neurologischer Erkrankungen  (bspw. Schlaganfall) angewandt und verbessert  durch Lagerungsmaßnahmen, Wahrnehmungsförderung und stetiger Wiederholung von Bewegungssequenzen  das Wiedererlernen normaler Bewegungsabläufe und somit die selbstbestimmte Teilhabe am Alltagsleben.

Geriatrische Patienten haben aufgrund ihrer Multimorbidität („gleichzeitiges Auftreten mehrerer Erkrankungen“), zunehmender Einschränkungen in der selbstständigen Bewältigung von Alltagstätigkeiten und veränderter Lebensumstände (z.B. nach dem Tod naher Angehöriger/  dem Umzug ins Seniorenheim) sehr spezifische Bedürfnisse in der Therapie.

Fachtherapeuten im Bereich Geriatrie/ Gerontopsychiatrie/ Demenz sind basierend auf medizinischer, neuropsychologischer und gerontologischer Grundlagen ausgebildet, klientenzentrierte Modelle, Befunderhebungsinstrumente und Behandlungskonzepte anzuwenden und individuell auf diese Bedürfnisse der geriatrischen/ gerontopsychiatrischen Patienten eingehen zu können.

Die Ziele in der Therapie geriatrischer Patienten sind immer das größtmögliche Wohlbefinden und die Teilhabe in den individuellen Lebensbereichen.

Als eine Grundlage bei der Behandlung von Menschen mit fortgeschrittener Demenz sehen wir die Körperwahrnehmung an. Über die Hände erhält der Patienten die meisten Reize um die Körperwahrnehmung und seine Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange erhalten zu können.

Um eine ressourcenorientierte  und wertschätzende Kommunikation aufzubauen, verwenden wir beispielsweise die Biographiearbeit unter Einbezug prägender Lebensereignisse der Patienten und die integrative Validation (Verlinkung).

Umfeldanpassung, Sturzprophylaxe und Angehörigenberatung gehören genauso zum Arbeitsfeld wie die Sterbebegleitung bei Menschen mit Demenz.

In der Handtherapie werden angeborene, traumatische und degenerative Erkrankungen und Verletzungen im Bereich der Hand unter Einbindung des gesamten Bewegungsapparates behandelt.

Ziel ist die Wiederherstellung der motorischen und sensiblen Funktionen, welche für den Einsatz der Hand bei der Bewältigung aller Anforderungen in Alltagsituationen und im beruflichen Leben unerlässlich sind.

Wenn eine vollständige Rehabilitation der Tast-, Greif- und Haltefunktion der Hand nicht möglich ist, werden gemeinsam mit dem Patienten Kompensationsstrategien erarbeitet und ggf. die Nutzung von Hilfsmitteln erprobt, um so die bestmögliche Handlungsfähigkeit im sozialen, häuslichen und beruflichen Bereich erlangen zu können.

Handtherapeuten beziehen dabei die individuellen Wünsche und Ziele des Patienten mit ein und berücksichtigen ebenfalls den Einfluss von Umgebungsfaktoren und psycho- sozialer Gegebenheiten. Sie erklären den Krankheitsprozess und binden den Patienten durch die Entwicklung gemeinsamer Strategien aktiv in die Therapie ein.

Maßnahmen der Handtherapie sind u.a.:

  • Techniken der manuellen Therapie
  • Sensibilitätstraining
  • aktive und passive Bewegungsübungen
  • Narbenbehandlung
  • Kraft- und Koordinationstraining
  • Selbsthilfe- Training bei den Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Hilfsmittelberatung, -erprobung und –schulung

Integrative Validation bezeichnet zum einen eine wertschätzende Grundhaltung in der Therapie von Menschen mit Demenz, sowie zum anderen eine besondere Kommunikationsmethode, die von einer akzeptierenden, nicht korrigierenden Sprache geprägt ist und Anerkennung, Respekt und Wertschätzung entgegen bringt. Der Mensch mit Demenz sowie seine eigene Wahrnehmung und Gefühlswelt stehen im Mittelpunkt. Seine Bedürfnisse werden angenommen, gespiegelt und bestätigt, sodass vorhandene Ressourcen gestärkt und Kommunikation und Wohlbefinden gefördert werden.

Kinaesthetics ist ein Konzept zur Bewegungswahrnehmung und –unterstützung, das auf der Erfahrung und Wahrnehmung der eigenen Bewegung beruht und zu einer erhöhten Achtsamkeit für die Qualität der eigenen Bewegung in allen Alltagssituationen führt. Dabei unterstützt es sowohl die physiologische Bewegung des Patienten, als auch des Therapeuten/ Pflegenden etc.

Die Grundlage eines selbstbestimmten Lebens ist ein gut funktionierendes Gedächtnis. Dieser Kurs richtet sich an ältere Menschen, die Ihre Gehirnleistung und ihr Gedächtnis verbessern und erhalten möchten, sowie diejenigen, die lernen möchten, mit vorhandenen Gedächtnisstörungen umzugehen.

Das ganzheiltiche Denk- und Gedächtnistraiing nach Dr. Franziska Stengel steht dabei im Mittelpunkt: Es steigert die geistige Fitness ohne Stress und Leistungsdruck. Mit viel Freude wird etwas gegen zunehmende Vergesslichkeit, Merkfähigkeitsstörungen und mangelnde Konzentration unternommen.

Sie werden angeregt, Ihre Umgebung bewusster zu erleben, Ihre Erinnerungen aufzufrischen, und in der Kommunikation mit anderen neue Erfahrungen zu sammeln.

PNF ist ein aus dem Amerikanischen übernommener Begriff für ein Behandlungsverfahren. Dieses hat das Ziel die Leistung des neuromuskulären Systems durch Stimulation der

  • Proprioceptoren durch Stretch und Zug
  • Exteroceptoren durch Grifftechniken und
  • Teleceptoren durch verbale und visuelle Reize

zu verbessern.      

Behandlungsziele

  • Verbessern der sensomotorischen Leistung
  • Abbau der pathologischen Bewegungsmuster
  • Erreichen eines muskulären Gleichgewichtes
  • Verbessern von Bewegungsabläufen in Hinblick auf physiologischen Funktionen
  • Koordinationsschulung
  • Schulung funktioneller Bewegungsabläufe in Hinblick auf Alltagsrelevanz

Anwendungsbereiche

PNF ist eine Behandlungsmethode, die man sehr vielfältig in allen klinischen Fachbereichen einsetzen kann. Der Hauptanteil liegt sicherlich bei

  • neurologischen und
  • orthopädisch/chirurgischen Patienten.

In anderen Bereichen wie der

  • Geriatrie
  • Inneren Medizin
  • Pädiatrie oder
  • Gynäkologie

kann es je nach Zielsetzung aus therapeutischer Sicht auch angewandt werden.

 Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) wurde von dem amerikanischen Arzt Edmund Jacobson (1885-1976) entwickelt. Es ist ein spezielles Entspannungsverfahren, welches auf die An- und Entspannung von einzelnen Muskelgruppen basiert, wodurch es u.a. zum Stressabbau und Verbesserung der Körperwahrnehmung kommt.  Es ist eine Methode welche in jeder Position (sitzend, liegend)  durchgeführt werden kann. Die Technik ist für jedes Krankheitsbild und jede Altersgruppe (5 – 100 Jahre) geeignet und daher für jeden Menschen umsetzbar, der etwas für seinen Körper und Geist machen möchte.  Das Leitprinzip lautet: Ein entspannter Körper führt zu einem entspannten Geist.

Spiegeltherapie wird vor allem eingesetzt bei Halbseitenlähmungen, schmerzhaften Bewegungseinschränkungen in den Extremitäten sowie Wahrnehmungsstörungen und Phantomschmerzen nach Amputationen. Dabei wird der Spiegel so vor die Körpermitte des Patienten positioniert, dass sich die betroffene Extremität hinter dem Spiegel befindet und somit nicht mehr sichtbar ist. Durch die Beobachtung der Bewegung der nicht betroffenen Extremität im Spiegel werden gezielt die Hirnbereiche angesprochen, die Einfluss auf Bewegung und Schmerzempfinden in der betroffenen Extremität haben. Von dieser optischen Illusion können vor allem Patienten mit starken Schmerzen und Wahrnehmungsdefiziten profitieren, da die Hirnareale aktiviert werden können, ohne die betroffene Extremität bewegen/ berühren zu müssen.