Als emeritierter Pfarrer und ehemaliger Dechant übergab Pfarrer Schultes seine Aufgaben in der St.-Antonius-Gemeinde und damit auch in der Stiftung St. Elisabeth zu Herten in den 2000er-Jahren an seinen Nachfolger, Pfarrer Norbert Mertens. Bereits zu diesem Zeitpunkt konnte er auf ein bewegtes und segensreiches Wirken in Herten zurückblicken. 1970 war er in die Stadt gekommen und prägte – beeinflusst vom Zweiten Vatikanischen Konzil und der damaligen Aufbruchsstimmung in der katholischen Kirche – ein lebendiges und engagiertes Gemeindeleben.
Pfarrer Schultes erkannte früh die sozialen Herausforderungen der Stadt Herten und forderte konsequent eine „Konzentration auf das Wesentliche“ von seiner Kirche – und damit auf die Menschen. Vor diesem Hintergrund war sein großes Engagement für das St.-Elisabeth-Hospital folgerichtig. Als Pfarrer der Antonius-Gemeinde war er gemäß Stiftungssatzung zugleich Vorsitzender der Stiftung, die das Haus und das Stiftungsklinikum PROSELIS bis heute trägt. In seine Amtszeit fielen nicht nur der Umzug des Hauses in den Schlosspark, sondern auch wegweisende strategische Entscheidungen zur medizinischen und pflegerischen Schwerpunktsetzung. Die ehrenamtlichen Mitglieder der Stiftung erlebten ihn als unermüdlichen Kämpfer für die Würde jedes einzelnen Menschen – sei es als Patientin oder Patient, sei es als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des St.-Elisabeth-Hospitals Herten.
Auch nach seiner Emeritierung (2001) und seinem Ausscheiden aus dem Stiftungsvorstand (2007) blieb Pfarrer Schultes dem Haus eng verbunden. Er fand seine persönliche Heimat in einer Wohnung der Wohnanlage gegenüber dem Krankenhaus und war bis ins hohe Alter seelsorgerisch tätig. Erst nach einem schweren Sturz zog er sich aus diesen Aufgaben zurück; dennoch feierte er weiterhin im zweiwöchentlichen Rhythmus Gottesdienste in der Kapelle. Vielen Kolleginnen und Kollegen bleibt er auch aus der Cafeteria in Erinnerung, die er über Jahrzehnte hinweg regelmäßig zur Mittagszeit besuchte.
Mit dem Tod von Pfarrer Robert Schultes hat der Stiftungs- und Krankenhausverbund einen außergewöhnlichen Menschen verloren. Sein Wirken, seine Haltung und seine tiefe Menschlichkeit werden in dankbarer Erinnerung bleiben.
