Protestaktion der Recklinghäuser und Hertener Krankenhäuser

Kliniken in Recklinghausen und Herten warnen vor Unterfinanzierung – Motto: „Kein Geld. Keine Versorgung.“

Die von der Bundesregierung geplanten Sparmaßnahmen im Rahmen des sogenannten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes bereiten den Krankenhäusern in Recklinghausen, Herten und der ganzen Region große Sorgen. Entsprechend beteiligen sie sich an einer Protestaktion, die in vielen Teilen Deutschlands durchgeführt wird: Symbolisch schließen die Krankenhäuser am Freitag, 12.06.2026, zwischen 11 und 13 Uhr ihre Haupteingänge.

Die Botschaft in Richtung der Politik lautet: Wir Krankenhäuser stehen schon heute mit dem Rücken zur Wand. Wenn die geplanten Einsparungen so kommen, drohen massive Auswirkungen auf Patientenversorgung, Personal und Pflegebudgets. Viele Kliniken werden sich aufgrund der chronischen Unterfinanzierung dann der Frage stellen müssen, ob ein Betrieb dauerhaft überhaupt noch möglich ist. Daher richten die Krankenhäuser und ihre Mitarbeitenden mit der Aktion einen dringenden Appell an die verantwortlichen Entscheidungsträger auf Bundesebene: Überarbeiten Sie die Reformvorhaben!

Die symbolisch verschlossenen Türen dienen dazu, mit Patient:innen, Besucher:innen und Mitarbeitenden in den Dialog zu treten, was passiert, wenn die wohnortnahe Versorgung wegbricht. Daher wird im Rahmen der Aktion am Prosper-Hospital, den Knappschaft Kliniken Recklinghausen, dem Elisabeth-Krankenhaus Recklinghausen, dem St. Elisabeth-Hospital Herten sowie dem Gertrudis-Hospital Westerholt über die Sparpläne der Politik informiert.
 

Und hiergegen richtet sich der Protest der Krankenhäuser:

Krankenhäuser können – anders als andere Unternehmen – ihre Preise nicht frei mit den Krankenkassen verhandeln. Die Politik senkt die Vergütung der Krankenhausleistungen nun durch verschiedene Instrumente künstlich ab. Bezogen auf das einzelne Krankenhaus bedeutet dies, dass jedes Jahr 6-8% vom Umsatz fehlen. Die klaffende Lücke zwischen der Vergütung und den Kosten für Personal und Sachaufwand wird jährlich größer.

So etwas hält kein Unternehmen dauerhaft aus. Erst recht nicht, wenn die Rücklagen aufgrund der bereits seit Ende der Corona-Krise bestehenden Unterfinanzierung aufgebraucht sind. Die Krankenhäuser in Recklinghausen und Herten konnten in den letzten Jahren durch eine sehr verantwortungsvolle Krankenhausführung und den enormen Einsatz aller Mitarbeitenden die Häuser in einem wirtschaftlichen Gleichgewicht halten. Das wird in Zukunft so nicht mehr gelingen.

Dabei sperren sich die Verantwortlichen in den Kliniken nicht gegen Reformen. Ganz im Gegenteil: Die hiesigen Krankenhäuser beteiligen sich beispielsweise sehr engagiert an der NRW-Landeskrankenhausplanung und setzen auf die Spezialisierung von Leistungen. Sie befinden sich in einem höchst anspruchsvollen Transformationsprozess, der finanzielle Mittel benötigt, die dann auch nicht mehr zur Verfügung stehen. Wenn die Verantwortlichen in der Politik jetzt nicht die Finanzierung nachbessern, sieht es vielerorts düster für die Patientenversorgung aus – und das nicht nur bei den Krankenhäusern, sondern auch bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten.

Und auch das gehört zur Wahrheit: Wir Krankenhäuser im Kreis Recklinghausen gehören zu den wichtigsten Arbeitgebern. Tausende Menschen haben bei uns ihre berufliche Heimat. Werden nun die tariflichen Steigerungen nicht mehr finanziert, so hat dies direkte Auswirkungen auf die Menschen, die täglich Höchstleistungen für ihre Patientinnen und Patienten erbringen.

 

Hier finden Sie vertiefende Informationen: 

https://frei-gemeinnuetzig.de/

https://www.kgnw.de/positionen/rette-dein-krankenhaus