„Endometriose verursacht oft starke Schmerzen“

Dr. med. Elzbieta Witt klärt über eine der häufigsten Unterleibserkrankung bei Frauen auf

„Wichtig ist mir, dass möglichst viele Ärzte und auch Arbeitgeber oder einfach nur Bekannte und Verwandte über das Thema aufgeklärt sind“, sagt Dr. med. Elzbieta Witt. Sie ist eine der beiden Chefärztinnen der Frauenklinik im Prosper-Hospital und hat sich auf das Thema Endometriose spezialisiert. „Denn der Leidensweg der betroffenen Frauen ist groß.“

Endometriose ist eine häufige Unterleibserkrankung bei Frauen, bei der sich gebärmutterähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum ansiedelt. Gebärmutterschleimhaut baut sich im Laufe eines Zyklus auf und wird dann, wenn es zu keiner Befruchtung gekommen ist, abgestoßen und über die Scheide ausgeschieden. Die so genannten Endometriose-Herde verhalten sich ähnlich, aber die Gewebereste irgendwo im Bauchraum können nicht ausgeschieden werden und bauen sich auch nicht richtig ab. Es kommt zu Verwachsungen, Entzündungen und Zystenbildung und teilweise zu Organeinschränkungen zum Beispiel von Blase und Darm. Je nachdem wo sich Endometriose-Herde befinden, können sie zu geminderter Fruchtbarkeit und starken Schmerzen führen.

„Der Grund für die Erkrankung ist bis heute nicht geklärt. Man vermutet, dass Hormone, das Immunsystem und eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen. Fest steht aber, dass es keine psychische Erkrankung ist und es einen großen Unterschied zu „normalen“ Regelbeschwerden gibt. Leider werden die Beschwerden bis heute noch häufig als solche abgetan und von den ersten Symptomen bis hin zur Diagnose vergehen oft viele Jahre.“ Durch ein ausführliches Gespräch beim Arzt (Anamnese), körperliche und gynäkologische Untersuchungen und in manchen Fällen auch eine Spiegelung wird dann die Diagnose gestellt. Viele Frauen empfinden diese als Erleichterung. „Denn die Frauen sind oft in vielen Lebensbereichen eingeschränkt, ein positives Körpergefühl fällt schwer, Müdigkeit, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen können die Folge sein. Ein zusätzlich nicht erfüllter Kinderwunsch belastet ebenfalls. Mit der Diagnose können sich die Frauen diese Symptome zumindest erklären.“

Als Behandlung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Medikamentös sind oft Schmerzmittel, hormonelle Verhütungsmittel oder andere Hormonpräparate die Mittel der Wahl. So können Schmerzen gelindert und das Wachstum der Endometriose-Herde kann eingedämmt werden. „Wenn Blase oder Darm betroffen sind, ist oftmals eine Operation unumgänglich. Hier im Prosper-Hospital können wir fachabteilungsübergreifend operieren und die Kollegen aus der Urologie, der Koloproktologie und der Radiologie zu Rate ziehen“, so Elzbieta Witt. „Das ist ein großer Vorteil für die Frauen, denn es sind alle Experten direkt vor Ort.“

Mit der Menopause hat sich das Thema Endometriose für die meisten Frauen erledigt. „Da sich die Hormonbildung umstellt und auch die Östrogene, die das Wachstum der Herde anregen, weniger werden, ebben die Symptome häufig ab. Allerdings haben einige Frauen auch über die Wechseljahre hinaus Beschwerden.“ Auch Folgen der Endometriose wie Verwachsungen oder Organeinschränkungen bleiben natürlich bestehen und können ein großes Thema bleiben.

„Ich möchte Frauen ermutigen, mit ihren Beschwerden zum Arzt zu gehen und hartnäckig zu bleiben, denn wir können so viel für sie tun – auch wenn wir die Endometriose an sich nicht heilen können.“
 

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