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3D semi-robotische Fusionsbiopsie der Prostata

Autor: Priv.-Doz. Dr. med. Marko Brock

geschrieben am: 03.02.2020

Die Klinik für Urologie im Prosper-Hospital Recklinghausen verfügt seit 2021 als erste Klinik in Deutschland über das semi-robotische Fusionsbiopsiesystem ARTEMISTM der neuesten Generation. Als Marktführer in den USA wird das System zur Prostatabiopsie und millimetergenauen Probengewinnung nun auch in Deutschland eingesetzt. Zuverlässig werden dabei radiologische, urologische und pathologische Daten kombiniert und ermöglichen eine ganzheitliche Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms. Als Pionier der Fusionsbiopsie verfügt das Team um Priv.-Doz. Dr. med. Marko Brock über eine überregionale Expertise in der Anwendung des Artemis-Systems. Mit einer mehr als 10-jährigen Erfahrung konnten folgende klinische Vorteile gegenüber der früher etablierten systematischen Biopsie wissenschaftlich belegt und publiziert werden (Quelle: Hitachi True-Story und deutsches Ärzteblatt):

Fusionsbiopsiesystem ARTEMIS
  • Ca. 10% höhere Gesamtnachweisrate für Prostatakrebs
  • Ca. 20% höhere Nachweisrate für klinisch aggressive Tumore
  • Reduktion der Anzahl der notwendigen Biopsiezylinder

Verglichen mit anderen Biopsiesystemen bietet das ArtemisTM-System folgende Vorteile:

  • 3D semi-robotischer Arm mit integriertem elektronisch-mechanischem Tracking
    Der Ultraschallkopf des angeschlossenen Sonographiesystems wird mit einem semi-robotischen, mechanischen Arm gekoppelt. Dieser verfügt über integrierte elektronische Sensoren, die dazu dienen, die Prostata kontinuierlich und in Echtezit im dreidimensionalen Raum abzubilden und die Biopsienadel punktgenau zur Zielregion zu navigieren. Das freihändige und oft schmerzhafte Führen des Ultraschallkopfes kann somit unterbleiben.
     
  • Regide und elastische Bildfusion von MRT, Pet-CT und PSMA-PET-MRT mit Echtzeit-Ultraschall Bildern
    Die Zielführung der Biopsienadel wird durch die elastische Bildfusion noch genauer ausgeführt. So können Ungenauigkeiten, die beispielswiese durch die Füllung der Harnblase oder durch die Bewegung des Patienten entstehen können, ausgeglichen werden
     
  • Echtzeit-Organtracking und Registrierung der Biopsiepositionen
    Mit dem integrierten Live-Tracking der Prostata während der Behandlung und der patentierten Technik zur Bewegungskompensation wird jede durchgeführte Nadelposition in einem 3D-Modell der Prostata registriert und für jeden Patienten individuell in einer Datenbank gespeichert. Dies ermöglicht eine Rückverfolgung der Biopsie im Fall einer späteren Therapie oder nochmaligen Biopsie
Bildfusion
  • Fusion von früherer Biopsie mit aktuellen Bilddaten (past-visit-fusion)
    Frühere Biopsiepositionen stehen dauerhaft für spätere Nachuntersuchungen zur Verfügung und können z. B. im  Rahmen der Aktiven Überwachung des Prostatakarzinoms erneut biopsiert werden und so Auskunft über eine Zunahme des Agressivitätsmusters Auskunft geben.

Ablauf der Prostatabiopsie

Beratung:

Im Rahmen individueller Sprechstunden erfolgt vor jeder Biopsie zunächst eine ausführliche Beratung durch spezialisierte Ärzte unseres Teams. Anhand der klinischen Parameter wie PSA, Tastbefund und Vorgeschichte ermitteln wir zunächst ein individuelles Diagnostik-Konzept passend zu den Wünschen unserer Patienten. Die Analyse der bakteriellen Flora des Enddarms über einen Rektalabstrich gehört standardmäßig zur Vorbereitung einer etwaigen Prostatabiopsie.

MRT und Pet-CT-Bildgebung:

Die Verwendung der multiparametrischen Magnetresonanztomographie (MRT) stellt einen wichtigen Pfeiler in der Diagnostik des Prostatakarzinoms dar. Zusammen mit der Klinik für Radiologie unserer Klinik werden hochauflösende Bilder erstellt, die später die Grundlage zur weiteren Krebsdiagnostik darstellen. Die Durchführung der Prostata-MRT wird allen Patienten unabhängig der Krankenversicherung (privat oder gesetzlich) mit gleichem Qualitätsstandard (Q2-Zertifikat) zur Verfügung gestellt. Bildmaterial aus externen Untersuchungen werden nach einem evaluierten Algorithmus (PI-QUAL) zweitbefundet und ggf. für die Biopsie mit dem ArtemisTM-System vorbereitet. Auch die Verarbeitung von PSMA-Pet-CT/MRT Aufnahmen ist möglich und wird in den kommenden Jahren zunehmend auch in der Erstdiagnostik Verwendung finden.

Prostatabiopsie:

Basierend auf den klinischen und bildgebenden Informationen wird ein individuelles Prostatakarzinomrisiko kalkuliert und als Beratungsgrundlage verwendet. Wenn eine Biopsie nicht vermieden werden kann, so erfolgt diese in der Regel in lokaler Betäubung in den modernen Räumlichkeiten des ambulanten OP-Zentrums und dauert meist nicht länger als 20 Minuten. Je nach Befund erfolgt die Nadelführung transrektal über den Enddarm (unter antibiotischer Abschirmung) oder transperineal über die Haut des Dammbereichs. Die Möglichkeit der transperinealen Biopsie mit dem ArtemisTM System ist derzeit in Deutschland nur im Prosper Hospital Recklinghausen möglich. In besonderen Situationen (z. B. bei Analkanalenge oder Angstpatienten) kann die Prostatabiopsie selbstverständlich Vollnarkose durchgeführt werden. Eine stationäre Aufnahme ist trotzdem nur in wenigen Ausnahmefällen nötig.

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Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Marko Brock
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Oberarzt Dr. med. Julian  Hanske
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