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Verengungen der Halsschlagadern (Carotisstenose)

Autor: Priv.-Doz. Dr. med Jens Jakschik

geschrieben am: 12.1.2020

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Gehirns. Hierbei kann es zu einer dauerhaften Schädigung des für Sauerstoffmangel sehr empfindlichen Gehirngewebes kommen. Ein Schlaganfall kann verursacht werden durch:

  • eine plötzliche Mangeldurchblutung des Gehirns bedingt durch den Verschluß eines Gefäßes im Gehirn. Ursache eines derartigen Verschlusses können aus dem Herzen oder aus verengten Halsschlagadern (Carotisstenose) verschleppte Blutgerinnsel sein. Diese Schlaganfälle werden als Hirninfarkt bezeichnet und betreffen mehr als 80% aller Schlaganfälle.
  • eine Blutung in das Gehirngewebe bedingt durch das Platzen eines Blutgefäßes. Ursache hierfür ist meist ein stark erhöhter Blutdruck oder auch eine angeborene Gefäßmißbildung (Aneurysma). Dies wird als Hirnblutung bezeichnet und ist in ca. 15 % die Ursache eines Schlaganfalles.

Ungefähr 200.000 Bundesbürger erleiden jährlich einen Schlaganfall. In Deutschland leben > 1 Million Patienten, die unter körperlichen oder geistigen Behinderungen als Folge eines Schlaganfalls leiden.

Gibt es Warnsymptome?

Es gibt sie! Häufig kommt es vor einem Schlaganfall zu Frühwarnzeichen bzw. Krankheitssymptome, die durch vorübergehende Durchblutungsstörungen des Gehirns verursacht werden. Hierbei können Sehstörungen, Sprachstörungen oder Lähmungen (Arme oder Beine) auftreten, die sich nach Minuten oder Stunden zurückbilden. Auch vorübergehende Doppelbilder, plötzliche heftige Kopfschmerzen sowie Schwindelanfälle gehören zu den Warnsymptomen. Symptome wie diese sind Alarmsignale und bedürfen einer dringenden medizinischen Abklärung.

Was ist zu tun?

Absolut notwendig ist bei den oben genannten Symptomen eine Untersuchung der Halsschlagadern (Arteria carotis) auf Engstellen (Stenosen) durch Ultraschall (Doppler-Sonographie und Duplex-Sonographie). Hierbei können gefährliche Verkalkungen und dadurch bedingte Engstellen der Halsgefäße festgestellt und beurteilt werden. Dies ist eine völlig ungefährliche und beliebig wiederholter Untersuchung. Ggfs. muß auch eine Röntgendarstellung der Halsschlagadern erfolgen.

Zusätzlich sollte eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt werden, wobei vor allem ein erhöhter Blutdruck und ein Diabetes mellitus ausgeschlossen werden sollte. Zum Ausschluß von Herzrhythmusstörungen und anderen Herzerkrankungen ist ein EKG und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiogramm) notwendig. Über die im einzelnen durchzuführenden Untersuchungen wird Sie Ihr behandelnder Arzt aufklären.

Wurde eine höhergradige Einengung der Halsschlagader festgestellt und sind Symptome einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns festgestellt worden, dann sollte eine Operation an der Halsschlagader erfolgen. Ansonsten droht ein kompletter Schlaganfall innerhalb der nächsten Wochen und Monate! Auch ältere Patienten (>80 Jahre) profitieren von der Operation! Liegen Herzrhythmusstörungen vor oder wurden Blutgerinnsel an der Herzinnenwand nachgewiesen so wird meist eine medikamentöse Blutverdünnung (Antikoagulation) notwendig, um der Gefahr von Embolien vorzubeugen.
Über das konkrete Vorgehen im individuellen Fall entscheidet Ihr Arzt.

Wie wird eine Operation durchgeführt?

Die Operation findet unter Vollnarkose oder regionaler Betäubung statt. Bei der Operation wird die Halsschlagader über einen kleinen Schnitt am Hals freigelegt und anschließend die Engstelle ausgeschält. Je nach Befund wird ein kleiner Flicken (Patchplastik) eingenäht oder die Halsschlagader direkt vernäht. Während der Operation wird die Gehirndurchblutung über bestimmte Messungen kontinuierlich kontrolliert, um Durchblutungsstörungen rechtzeitig zu erkennen. Am Ende der Operation wird eine Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel (Angiographie) durchgeführt, um das Ergebnis des Eingriffes sicher überprüfen zu können. Insgesamt handelt es sich um einen unkomplizierten Eingriff, der Patienten vor den schlimmen Folgen eines Schlaganfalles bewahren kann. Der stationäre Aufenthalt beträgt normalerweise nur wenige Tage.

Wie ist das weitere Vorgehen?

Eine Operation ist nur ein Teil der Therapie! Grundsätzlich sind alle anderen Erkrankungen und Risikofaktoren für Arterienverkalkung (Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette und erhöhtes Körpergewicht) einzustellen bzw. medikamentös zu behandeln. All dies sollte in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt erfolgen.

Wo gibt es Informationen?

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Carl-Bertelsmann-Straße 256
Postfach 104
33311 Gütersloh
Tel.: 01805 / 093093
Fax.: 01805 / 094094
Internet: www.schlaganfall-hilfe.de

Kontakt

Chirurgie

Chefarzt der Chirurgie Priv.-Doz. Dr. med. Jens  Jakschik

Priv.-Doz. Dr. med. Jens Jakschik

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